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Beschreibung der Datensätze |
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[Beschreibung der Datensätze als PDF-File]
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Im Gegensatz zu den meisten früheren Klosterstudien, deren statistische Grundlage mittels versendeten und von den Klöstern selbst auszufüllenden Fragebögen erhoben wurden, stellen für diese Arbeit eigenständige direkt in den Klöstern durchgeführte Erhebungen die Datenbasis dar (siehe auch Ergebnisse früherer Klosterstudien). Da für eine verzerrungsfreie Mortalitätsanalyse unbedingt die Lebensdaten von wirklich allen Ordensmitgliedern erfasst werden müssen, ist eine derart gründliche Datenerfassung unerlässlich. Denn auch Personen, die das Kloster im Extremfall nach nur wenigen Tagen wieder verlassen haben, lebten für eine bestimmte Zeit mit dem Risiko als Ordensmitglied zu sterben und dürfen somit bei einer Mortalitätsanalyse nicht außer acht gelassen werden. Um auch von jedem erfassten Kloster in diesem Sinne vollständige Datensätze zu erhalten, wurden verschiedenste zur Verfügung stehende Quellen ausgewertet. In den meisten Fällen waren es die Professbücher der Klöster, in welchen alle Ordensmitglieder mit ihren Lebensdaten beim Gründungsmitglied beginnend verzeichnet werden (siehe Fotos). Daneben bzw. zusätzlich dienten Friedhofsregister, Schematismen, Nekrologe, Kongregationsschriften, Nachrufe, bereits existierende Computerdateien der Klöster sowie für die einzelnen Mitglieder erstellte Karteikarten als weitere Quellen, die es zum Teil auch ermöglichten, neben den Lebensdaten noch weitere Informationen über die jeweilige Person wie Schulbildung, ausgeübte Tätigkeiten, Beruf des Vaters, Anzahl der Geschwister oder Todesursache zu erhalten. Für eine Mortalitätsanalyse sind vor allem die von sämtlichen Ordensmitgliedern verfügbaren Lebensdaten Geburtstag, Eintrittsdatum (Tag der Einkleidung), Sterbe- oder Austrittsdatum (bzw. die Information, dass die Person am Tag der Erfassung noch im Kloster lebte) sowie eventuelle Missionsdaten (Ausreisedatum, Missionsort, Rückreisedatum) bedeutsam.
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Professbuch der Kreuzschwestern aus Gemünden am Main (oben) und Professbuch der Zisterzienser-Abtei Marienstatt (unten)
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Durch Auswertung der oben genannten Quellen war es möglich, von den einbezogenen Klöstern tatsächlich vollständige Informationen über die Lebensdaten aller Mitglieder zu erhalten. Die einzige Ausnahme bildet ein Männerkloster, bei dem die Daten von ausgetretenen und entlassenen Mitgliedern nicht verfügbar waren. Allerdings wird das Ergebnis durch diese Einschränkung letztlich nur minimal verfälscht, da bei den Männerorden die große Mehrzahl der ausgetretenen oder entlassenen Mitglieder das Kloster bereits im Lauf des ersten Klosterjahres, also noch vor der Profess, wieder verlassen und somit hierdurch nur sehr wenige im Kloster gelebte Personenjahre verloren gehen.
Insgesamt umfasst der Datensatz nach der Aktualisierung im Jahr 2006 11.980 Ordensmitglieder, davon 6.199 Nonnen und 5.781 Mönche. Da fast alle der erfassten Frauenordensprovinzen erst im Lauf des 19. Jahrhunderts gegründet wurden, stammen alle in die Studie aufgenommenen Nonnen aus den letzten 200 Jahren, während die erfassten männlichen Ordensmitglieder zum Teil bereits im 16. Jahrhundert geboren wurden. In unten stehenden Abbildungen sind die Anzahlen aller erfassten Nonnen und Mönche nach dem jeweiligen Eintrittsjahr dargestellt. Interessant ist, dass die Verteilung der Klostereintritte im 19. und 20. Jahrhundert bei Frauen- und Männerorden ein nahezu identisches Bild zeigt, mit einem kontinuierlichen Anstieg ab der Mitte des letzten Jahrhunderts, den absolut höchsten Eintrittszahlen zwischen den beiden Weltkriegen und danach einem fast kontinuierlichen Rückgang der Klostereintritte, der nur durch deutlich erhöhte Zugangszahlen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg unterbrochen wird. Entsprechend ähnelt sich auch die Verteilung der Sterbefälle in den bayerischen Frauen- und Männerklöstern mit Ausnahme der in den beiden Weltkriegen gefallenen Mönche, die in dem Datensatz auch als solche erfasst sind.
Für die Auswertungen wurden für die Nonnen und Mönche Periodensterbetafeln nach dem klassischen Chiang-Verfahren berechnet. Hierbei werden die notwendigen Sterbewahrscheinlichkeiten aus den altersspezifischen Sterberaten gewonnen. Dafür benötigt man für die ausgewählten Beobachtungsperioden die in diesen Zeiträumen in allen Altersintervallen gelebten Personenjahre und die in ihnen ereigneten Sterbefälle. Um diese Daten aus den zugrunde liegenden Datensätze zu gewinnen wurden die beiden SPSS Syntax-Programme Episoden-Splitting und Fraction-Calculation entwickelt, die sich bei allen vergleichbaren Datensätzen anwenden lassen. Beide Programme stehen mit einer umfangreichen Beschreibung ihrer Funktionsweise als Download zur Verfügung (die beiden Syntax-Programme können über einen Texteditor oder direkt in SPSS für Windows geöffnet werden).
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SPSS Syntax-Programm Episoden-Splitting [SPSS-Syntax-File]
SPSS Syntax-Programm Fraction-Calculation [SPSS-Syntax-File]
Dokumentation Episoden-Splitting [PDF-File]
Dokumentation Fraction-Calculation [PDF-File]
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Anzahl der in die erfassten katholischen Klöster eingetretenen Frauen Number of entries into the recorded catholic nunneries |
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Anzahl der in die erfassten katholischen Klöster eingetretenen Männer Number of entries into the recorded catholic male monasteries |
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Dr. Marc Luy, Senior Scientist am Vienna Institute of Demography |